Sonntag, 17. Dezember 2017

Was sein muss

Ein „Must“ ist das Cable Car. Drei Straßenbahnlinien werden seit über hundert Jahren so betrieben, zweimal stillgelegt und doch wieder aufwändig saniert in Betrieb genommen. Die Eineohner lieben sie, die Touristen überfüllen sie. Der Kontakt zum ständig laufenden Transportkabel wird mit Muskelkraft hergestellt, gelockert, gelöst. Archaisch wirkt das, wenn die kräftigen Kerle das machen, die Wagen ebenfalls per Hand auf der Drehscheibe wenden und auch während der Fahrt manuell bremsen. 



Nach Lombard Street und China Town bei richtig schönem Wetter (vorsichtige Wiederaufnahme der Nahrungszufuhr im echten Chinaladen) Sunsettrip in der Bay. Die Farben fast berauschend. 



Was fiel mir auf im Vergleich zum letzten Besuch vor schlappen 26 Jahren? Ich habe die Menschen wesentlich freundlicher in Erinnerung. Immer ein Lächeln, oft eine freundliche Bemerkung, ein hallo oder hi. Damals den Stadtplan nur in die Hand genommen, bot sich schon jemand an zu helfen. Weg ist sie, diese freundliche californische Leichtigkeit. Heute eher Elkenbogen ausfahren anstatt unter die Arme zu greifen. Smartphone in der Hand, die anderen interessieren nicht. Es wird gedrängelt wie in Rödelheim oder Dietzenbach. Bärbeißig wirkt das. 

Ein Hauch von „früher“ weht noch, wenn der Straßenbahnfahrer den Fahrschein so entwertet, dass wir ihn anstatt 90 Minuten noch vier Stunden nutzen können. 

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