Mittwoch, 31. Januar 2018

Umzug

Ich verlasse den Bereich South Kona im Westen und ziehe in den Südosten. Ein letzter Blick zurück. Durch die vulkanische Struktur steigt das Land von der Küste aus zügig an. Die Nationalstraße 11 führt im Südwesten stets zwischen 150 und 450 m über N.N. an der Küste vorbei. Das bringt hundert Aussichtspunkte.



Meine neue Heimat liegt im Regenwald. Genaugenommen dort, wo mal Regenwald war. Es handelt sich um eine ganz abgelegene und daher wohl liegengelassene Ecke, die in den letzten Jahren entdeckt wurde. Großflächig wurden Parzellen verkauft, vielfach der Wald gerodet. Die hier gebauten Häuser reichen von der Kategorie schrammelig bis Luxus (vor allem, je näher der Küste, umso schicker die Häuser). Regenwald besteht aber aus zwei Wortteilen. Darauf weisen die Vermieter auch nochmal hin. Schirm mitzuführen sei hier immer angebracht.

Doch Pahoa, so heißt das Fleckchen, empfängt mich freundlich. 31 Grad bei Sonnenschein. Und das Haus ist großartig. Maui war auch schick, aber das hier ist bisher das Schönste. Liegt auf einem größeren Grundstück, rundrum ist noch Regenwald, der jetzt am Abend die Geräusche hervorbringt, die man sich so vom Urwald erwartet.

Ankunft (Torschloss Zahlenkombi, Alarmanlage Zahlenkombi, Schlüssel Zahlenkombi, hoffentlich geht das gut)



Hier lässt es sich aushalten.

 
 

Kalt

...ist die Lava auf Big Island größtenteils. Dennoch riecht man die Aktivitäten. Große Teile im Westen sind bei entsprechendem Wind geschwefelt.


 







Ich laufe im Nordwesten stundenlang den klassischen Verbindungsweg, aus der Zeit als Esel noch die Transporte erledigen mussten. Hier sind die Lavamassen so jung, dass erst ganz vereinzelt die Flora Halt findet. 

Montag, 29. Januar 2018

Südlichster Punkt der USA

Der südlichste Punkt der USA ist die Südspitze Big Islands. Wenn man Amerikanisch Samoa mal außer Acht lässt. Erstmal ist hier im Süden Farmland. Zuerst die Macnut-Plantagen, dann große Weiden, man sieht einige Pferde und viele Rinder. Grass feed Hawaiian Beef gilt ja auch als besonders schmackhaft.







Von der Südspitze kann man sich von Allrad-Pickups bis an die Strände mit grünem Sand bringen lassen, oder auch dorthin laufen. Obwohl Allradbestückt, wage ich, wie 99 % der anderen 4-wheel-driver diese Strecke nicht. Wie ich später sehe, verlaufen manche Spuren im nichts, Ich laufe, gebe aber nach über einer Stunde auf, um wieder im Hellen zurück zu sein.






Teilweise gibt es hier echte Steilküste. 20 m und höher bricht die Lavawand einfach ab. Zwei Hawaiianer imponieren einer Mädchenklasse mit Sprüngen ins Meer, hier sogar einem Sprung in diese Höhle hinein, durch die man ins Meer schwimmen kann, wo praktischerweise eine Leiter angebracht ist. Natürlich ist das alles gefährlich, und es wird auch gewarnt.






Die Mädels ziehen andere US-Jungs auf, sie würden sich das nicht trauen, und in der Tat, in Badehose steht Mann da, aber man springt ja ins Blinde. Da hilft auch die Aufforderung der Eingeborenen nicht, don't think, jump!






Da steht ein Mädchen auf, äußerlich nicht gerade die Sportlichste, fragt, hier geht das, ist's tief genug? Klar sagen die Einheimischen. Sie zieht T-Shirt und Hose aus, läuft an und springt.



Sie  kommt in ganzen Stücken wieder hoch. Voll die Heldin. Tatsächlich springen jetzt zwei Jungs hinterher.

Hawaiis letztes Fischerdorf

Als letztes Fischerdorf des Archipels beizeichnet sich das Fleckchen Milolii im Südwesten Big Islands. In der Tat, 20 km abseits der Touristenroute liegt das Örtchen, allerdings lassen die hier vorzufindenden Boote eher auf Freizeit als auf Erwerb schließen. Seltsam ungrün erscheint es bei der Anfahrt dort unten am Meer.




Das Dorf hat was erlebt. In den letzten 185 Jahren hat es hier 40 Ausbrüche des Mona Loa an dieser Südwestflanke gegeben, dazu zerstörerische Erdbeben und Tsunamis. Und so sieht man auf dem Foto die nach der letzten Lavaflut neu errichteten Häuser.  An vielen Stellen sind die Lavaströme deutlich zu sehen, die sich den Hang bis in Meer hinuter ziehen.












Verschont wurde das kleine Kirchlein, 1860 errichtet und damit eines der ältesten auf Hawaii.




















 Es ist Sonntag, um die Kirche herum, an der Küstenlinie feiern viele Familien draußen, oft offensichtlich mit Freunden zusammen, den freien Tag. Man hat Stühle und Tische, manchmal auch Zelte mitgebracht. Viel Essen wird aufgetischt, es wird gegrillt. 

Hinter dem Örtchen beginnt ein mehrere Kilometer langer Wanderweg. Auch wieder ein spezieller. Was ich bisher nie gesehen habe, ist dieser fast ein klein wenig unheimliche Schlangenkaktus, der sich einige Gegenden unterwirft.



Schließlich lande ich an einem Strand, der nur so zu erreichen ist.

Freitag, 26. Januar 2018

Mangel an Krill

...führt dazu, dass die Buckelwale nur wenige Monate vorher bei verbringen. Hier im warmen Wasser werden die Kälber geboren und verbringen die ersten Wochen. Oft kann man sich sogar von der Küste aus beobachten.

Um sie aufs Bild zu bringen, müsste man dann schon ein bisschen näher ran (mein ausgezeichnetes Fernglas vergaß ich leider einzupacken).


Suchbild: Wo ist der Wal?


 

Die gemalte Kirche


...gibt es auch in Wirklichkeit, gleich bei mir um die Ecke.


 







































Das Besondere ist jedoch innen. Das Kirchlein, gut 100 Jahre alt, wurde von dem Belgier Jean BerchmannVelghe komplett ausgemalt. Das hat schon was.




Auch der Blick in die gotische Gestaltung ist nur Malerei.


Besonders schön, sollte ich doch auf Hawaii verbleiben, habe ich hier schon eine Beschäftigung. Die Rentner pflegen einen schönen Garten mit den lokalen Früchten und Ecken zum Entspannen. Da könnte ich gut mitmachen. Insgesamt ein sehr schönes Fleckchen, an dem auch Früchte für die Besucher zur Verfügung stehen, wer mag, kann dafür spenden.







Zwei Tage Wasser




Zwischen acht und neun, schnorcheln im 2-step-beach. Hundertfach kommt der (Knall-)Gelbe Segelflossendoktorfisch (links) vor. Die Farbenpracht der Rifffische ist einfach unglaublich. Warum hat die Natur gerade hier so in den Farbkasten gegriffen? Identifiziert habe ich auch den Mondsichel-Falterfisch, den Blaustreifen-Falterfisch, schön anzusehen auch der Gemeine Wimpelfisch und besonders auffällig der Langmaul Pinzettfisch.

Bildergebnis für segelflossen doktorfisch    Bildergebnis für langmaul pinzettfisch

Nachmittags dann in der Hookenabucht einfach im Wasser treiben, im warmen Sand liegen, lesen.


 

Donnerstag, 25. Januar 2018

Früher für die Suppe

Heute wird das Tier, dessen deutsche Bezeichnung tatsächlich Suppenschildkröte ist, auf englisch heißt es Green Sea Turtle, natürlich in zivilisierten Gegenden nicht mehr verspeist. (Obwohl auf dem hohen Ross, sitzt es sich immer gut. Wir lieben die Delfine für ihre Intelligenz, die Schweine, die genauso intelligent sind, haben wir dann doch lieber auf dem Teller.)

Bei Schnorcheln sah ich eine von Ferne, aber nachmittags bei Ebbe "grasten" mehrere Exeimplare im seichten Wasser.

 

Die Originalgröße ist ungefähr die einer Sitzfläche eines Bürostuhls, das Exemplar, das sich dann zum sonnen noch aus dem Wasser sog, noch etwas größer. Sieht man nicht alle Tage. Den verordneten Mindestabstand von 20 feet konnte ich hier nicht einhalten, die Schildkröte war einfach zu schnell.

 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Auch das ist Hawaii

Im Naturschutzgebiet werden nicht nur alte Autos entsorgt, sondern auch Müll jeder Art.






 Das hilft offensichtlich nicht. Viele Hawaiianer sind da echt schmerzbefreit. Sobald man in Regionen kommt, die nicht so bewacht sind, findet man gerne Müll. Am liebsten Schrott, alte Autos, auch Maschinen, was man halt so nicht mehr braucht.

Außerdem wird hier im Naturschutzgebiet wohl auch gern geballert. Jedenfalls finden sich zerschossene Flaschen, Dosen und Zielscheiben.



Wanderungen

20 km südlich von meiner Heimstatt gehe ich einen Weg durch ein Naturreservat, den Manuka Natural Reserve Trail. Das geht, wie fast immer hier, einige hunter Meter hinauf zu einem kleinenKrater, dessen Ausbruch diese Landschaft gestaltete, allerdings schon vor 200 Jahren.







Hier sieht man ganz gut, wie die Flora sich zurückkämpft. Ein wenig ab-gekämpft bin ich auch oben. Der Weg wird wohl selten begangen, es ist nicht immer leicht sich zu orientieren, zumal der leider auf maps with me auch noch fehlt. Verlaufen in der Einsamkeit muss ja nicht sein, am besten auch nicht stürzen (soll ja auch schon passiert sein), weil kein Handyempfang und allein im Wald. Aber, ist gutgegangen.

 

Nächster Tag  9 km den Aloha-Trail in Angriff genommen. Der geht von meiner Haus-Beach nach Hookana, also hin und zurück. Das ist Lavaküste mit weißen Strandeinsprengseln, von zermahlenen Korallen.

 

Der Weg ist anstrengend, weil größtenteils grobe Lavasteine zu begehen sind (eines der Dinge, die mir hier absolut fehlen, sind meine Bergschuhe), außerdem ist es hier an der Küste heute schwül-heiß, Regenwahrscheinlichkeit mit 99 % prognostiziert, jedoch trafen die 1 % zu. Schweiß verbindet sich mit dem Staub, Auch hier bin ich die zweieinhalb Stunden völlig allein.

 

Dienstag, 23. Januar 2018

Kona-Kaffee

Schöne Morgenwanderung zwischen den Farmen an den Berghängen. Macadamia, Papayas, Orange und Mandarinen, sowie ein paar Bananen sieht man da. Hauptsächlich aber Kaffeepflanzen. Angeblich wird hier der beste Café wo gibt produziert. Auch ich finde ihn ausgezeichnet, den Kona-Kaffee, ob das allerdings an den Bohnen oder an der Rüstung liegt, keine Ahnung. Gern wird er auch durch Beigabe von Macadamianüssen und anderen Aromen aufgepeppt.






So blüht er.


Geröstet wird er meist direkt auf dem Farmen, die auch viel in Direktvertrieb verkaufen. So kann man bei der Wanderung durch Schwaden frischen Kaffee duftet laufen, hat man auch nicht alle Tage.

Und dann wieder der Blick den Hang hinunter bis auf den Pazifik und man ist mit der Welt im reinen.

 


Montag, 22. Januar 2018

Neue Einblicke


Zurück von meiner ersten Schnorcheltour in der 2-Step-Bay, "dem" Unterwasserrevier, das zudem vor meiner Haustür liegt. Schön bunt da. Die Korallenfische sind hier halt Lavafische. Die gemeine Suppenschildkröte allerdings, die hier häufig sein soll, hatte anderes vor. Ebenso die Spinner-Delfine, die hier in der Bucht schlafen sollen, sah ich nicht. Zu beiden Arten soll man eh mindestens 5 m Abstand halten. Insbesondere die Delfine sollen schlafen, auch wenn sie sich bewegen. Und das eben soll man sie lassen. 

Das ist die Bucht:


Samstag, 20. Januar 2018

Die Nordspitze

Fahrt durch die Steppe des Nordwestens von Big Island Richtung Nordspitze. Innerhalb eines Kilometers wird es windig- und grün. Ein ganz scharfer Schnitt. Hier steht meine Kutsche für die nächsten Wochen noch im Trockenen...


..und so siehts um die Ecke aus. Ohne künstliche Bewässerung.


Hawi, das nördlichste Städtchen wirkt sympathisch. Cafés, Restaurants (eines davon als bestes von Big Island ausgezeichnet), viel Bio, nette Lädchen, die alten Häuser im Westernstyle gut in Schuss gebracht. 


Hier, und im Nachbarort Kapaau zwei wirklich nette Kirchen. Die katholische...


... und was Protestantisches:


Dann kommt das Pololu Tal und Schluss ist mit der Straße. Mit dem Hubschrauber sind wir hineingeflogen, heute nur ein Blick von der Seite.


Es ist einfach großartig. 


Kleiner Einkauf beim Bauern. Natürlich Bio, und zurück in den Süden.